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29.07.2011

Lesezeit: etwa 2 Minuten

Leiharbeit verdrängt Normalarbeit

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Jürgen Gansel, MdL

Immer mehr Deutsche sind prekär beschäftigt

Von wegen Wirtschaftsaufschwung: Statt ordentlich bezahlter Normalarbeitsverhältnisse nimmt in Deutschland nur die Zeit- und Leiharbeit zu. Die Zahl der Leiharbeiter hat 2010 in der Merkel-Republik einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes arbeiteten 742.000 Menschen in einem solchen prekären Beschäftigungsverhältnis und damit 32,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit trug die Leiharbeit mit 57 Prozent zu mehr als der Hälfte des Beschäftigungsanstiegs bei. Bei Lichte besehen ist das behauptete Arbeitsplatzwachstum ein Propaganda-Märchen, weil Arbeitslose in den Statistiken gar nicht mehr als Arbeitslose gezählt werden, z.B. die Ein-Euro-Jobber, Frührentner, Umschüler und ABMler, und weil die neuentstandenen Arbeitsplätze nur noch in Ausnahmefällen gerecht entlohnte und sichere Vollzeitstellen sind.

Selbst die wirtschaftsliberale „Welt“ muß einräumen: „In atypischen Beschäftigungsverhältnissen – dazu werden befristete und geringfügige Beschäftigung, Teilzeitarbeit bis zu 20 Wochenstunden sowie Zeitarbeit gezählt – verdienten den Statistikern zufolge 7,84 Millionen Menschen ihr Geld. Im Vergleich zu 2009 war das ein Zuwachs von 243.000 Beschäftigten. Damit trug die atypische Beschäftigung gut 75 Prozent zum Gesamtwachstum der Zahl abhängig Beschäftigter bei.“

Die Zunahme der Leiharbeit um 32,5 Prozent auf 742.000 Menschen zeigt eindringlich, daß sich dieser Staat zu einer Klassengesellschaft entwickelt, in der immer mehr arbeitende (!) Deutsche immer weniger verdienen. Neben Armut durch Arbeitslosigkeit (via Hartz IV) gibt es nun auch immer häufiger Armut trotz Arbeit (via Leiharbeit) – eine Schande in einem eigentlich reichen Land, in dem die Umverteilung von unten nach oben aber politisch gewollt ist.

Heimat- und familienfeindlich

Leiharbeiter werden grundsätzlich schlechter bezahlt als ihre festangestellten Kollegen und sind schneller kündbar. Nicht selten sind sie nur drei Monate in einem Betrieb beschäftigt und werden damit zu ausgebeuteten Arbeitsnomaden, die ständig der Arbeit hinterherreisen müssen. An Heimatbindungen und Familienplanung ist für viele Leiharbeiter deshalb kaum zu denken. Die Entwicklung prekärer Beschäftigungsformen zeigt überdeutlich, wie heimat- und familienfeindlich der moderne Kapitalismus ist.

Eine weitere Sauerei sind die Einkommenszuwächse der Kapitalbesitzer, während die Realeinkommen der Arbeitnehmer nachweislich sinken. Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ergibt, daß die Nettoeinkommen der Arbeitnehmer in den vergangenen 10 Jahren gesunken sind. Vor allem die unteren und mittleren Einkommensgruppen mußten deutliche Gehaltseinbußen hinnehmen. Unter Berücksichtigung der Inflation lag das Minus bei durchschnittlich 2,5 Prozent und bei den Niedrigverdienern sogar bei zehn bis zwanzig Prozent.

Unverzichtbare Mindestlöhne

Zuerst sorgen die Herrschenden durch eine falsche Politik dafür, daß Geringverdiener massive Lohneinbußen hinnehmen müssen und sich Arbeit für sie nicht mehr lohnt. Und wenn diese Menschen dann lieber gleich Hartz IV beantragen, beklagt man scheinheilig den fehlenden Lohnabstand zwischen Arbeitenden und Arbeitslosen und beschimpft die „Verharzten“ noch. Das Ganze ist politisch zutiefst ungerecht und wirtschaftlich dumm. Und es gilt: nicht die Hartz-IV-Sätze sind zu hoch, sondern die Löhne in vielen Branchen zu niedrig!

Deshalb tritt die NPD entschieden für branchenübergreifende gesetzliche Mindestlöhne ein, damit jeder Deutsche von seiner Arbeit leben und in seiner angestammten Heimat auch eine Familie ernähren kann.

Jürgen Gansel, MdL


Quelle: http://www.npd-in-rlp.de/
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